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Mehndi Tradition und Trend
Ursprünglich
hauptsächlich aus Indien kommend, wurde Mehndi in den USA vor einigen Jahren zu einem
großen Trend. Angefangen hat alles in Artesia in Indian Village, nahe Los Angeles sowie
in Berkeley bei San Francisco, wo indische Immigranten ihren Traditionen folgend diese
Kunst regelmäßig ausübten. Auch an den dortigen Universitäten wurde die alte
Körperkunst mit großem Enthusiasmus von der jungen indischen Studentenschaft
wiederentdeckt und damit eine Modewelle ausgelöst, die ihresgleichen sucht. Als die junge
Prominenz in Hollywood Demi Moore, Drew Barrymore, Tafkap (Prince), Naomi Campbell,
Madonna, Gwen Stefani, Liv Tyler diesen Trend aufgriffen, wurde Mehndi allgemein
bekannt, vehement von der Presse aufgenommen und durch internationale Magazine langsam
auch in Europa wahrgenommen. Der Film Kamasutra trug ein übriges dazu bei. In
England ist diese Kunst durch die dortige multikulturelle Bevölkerung bereits weit
verbreitet, und nachdem John Galliano bei den London Fashion Weeks mit Mehndi
geschmückte Models auf den Laufsteg schickte, erlebt sie auch dort eine Renaissance.
(Dieser Text geht weiter unter "Historisches")
Nun ist es nicht so, daß die Mehndi-Kunst
ausschließlich in der westlichen Welt eine Art Renaissance erlebt, sondern auch in Indien
wurde dieser Trend neu entdeckt. Nach dem es in den vorangegangenen Jahrzehnten nur
traditionell angewandt wurde, ist es auch zu einer Modeerscheinung unter den indischen
Jugendlichen avanciert und hat seit dem auf der ganzen Welt einen ähnlichen Stellenwert
erhalten wie die dekorative Kosmetik oder das Tätowieren.
Die Schnellebigkeit unserer Moden und Trends erklärt, warum
Mehndi sich momentan einer so großen Beliebtheit erfreut: Man geht kein Risiko ein wie
bei der dauerhaften Tätowierung und kann sich nach drei Wochen erneut mit einem anderen
Muster schmücken. Außerdem bereitet das Auftragen der Hennapaste keinerlei Schmerzen, da
nicht mit Nadeln gearbeitet wird. Die Paste wird lediglich auf die Haut aufgetragen, die
Haut wird dabei nicht verletzt. Dadurch besteht auch kein Gesundheitsrisiko - im
Gegenteil, Henna pflegt die Haut.
Im Zuge des fast schon übertriebenen Körperkults, verbunden mit
dem Wunsch nach individueller Gestaltung am eigenen Körper und der Freude am Besonderen
und Außergewöhnlichen, ist es also kein Wunder, daß Mehndi so eine Popularität
erreichen konnte. Aber auch die Rückkehr zu alten Werten, die Suche nach Wegen zur
inneren Einkehr und der Versuch, Kraft zu schöpfen und Energie zu gewinnen in einer immer
hektischer werdenden Zeit verstärken den Wunsch, die Ethik und die Mystik der
Mehndi-Kunst in unsere Welt hinüberzuretten.
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